Einleitung

Im letzten Schritt des Swiss Sepsis Behandlungspfades geht es um die folgenden Themen:
Response to initial measures
Entscheidend ist, dass im Falle einer bestätigten Organfunktionsstörung das Ansprechen des Patienten auf die Ersttherapie engmaschig überwacht und eine fortgeschrittene Planung eingeleitet werden sollte.
Necessity for escalation of care (aim 6 hours)
Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der Intensivstation ist essenziell, um eine potenzielle Eskalation der Versorgung adäquat vorzubereiten. Bei Patientinnen und Patienten, die nicht auf initiale Wiederbelebungsmassnahmen ansprechen oder eine progrediente Verschlechterung der Organfunktionen aufweisen, sollte eine Verlegung auf die Intensivstation innerhalb von sechs Stunden nach dem ersten Alarm erfolgen. In Einrichtungen ohne eigene Intensivstation ist eine rechtzeitige Abstimmung mit der nächstgelegenen Intensivstation erforderlich, um eine geordnete Planung und Durchführung der Verlegung sicherzustellen.
Intensivpflichtigkeit bei maternaler Sepsis
- Indikation zur Verlegung auf die Intensivstation (ICU)
- Verlegung sofort bei:
- Hypotonie: MAP <65 mmHg trotz Flüssigkeitsgabe oder bei Vasopressor-Bedarf
- Hypoxie: SpO₂ <92 % unter Raumluft
- Bewusstseinsveränderung: Aggressivität, Verwirrtheit, Desorientierung
- Verlegung sofort bei:
- Überwachungsziele
- MAP ≥ 65 mmHg
- Urinausscheidung (UO) > 0.5 mL/kg/h
- SpO₂ ≥ 94 %
- Laktat-Trend (Serienmessungen)
- Normothermie
- Bewusstseinsklarheit
- Kontrolle von Atemfrequenz und Herzfrequenz
Monitoring-Intervalle
-
- Nach positivem Sepsis-Screening:
- Puls-Oxymetrie: kontinuierlich
- BD/MAP: alle 30 min
- Temperatur: alle 30 min
- Urinmenge: stündlich bilanzieren
- Laktat: nach 2–4 h, dann nach Verlauf
Weitere Massnahmen
- Thromboembolische Prophylaxe
- Frühe Einbindung der IPS (z. B. Sepsis-Nachsorgeprogramm)
Monitoring plan establishment
???
Antimicrobial stewardship
Innerhalb von 24 bis 48 Stunden - oder früher, wenn diagnostische Schnelltests verfügbar sind - sollte die antimikrobielle Therapie auf der Grundlage mikrobiologischer Befunde, der klinischen Entwicklung und in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des antimicrobial stewardship mit einer "fachärztlichen Beratung zur Neubewertung" neu bewertet werden, idealerweise durch einen Arzt für Infektionskrankheiten.
Detaillierte Informationen zu Antimicrobial stewardship findet du im E-learning: (Link einfügen)
Post Sepsis Care
Sobald der Patient stabilisiert ist und die akute Sepsis-Episode abgeklungen ist, sollte frühzeitig eine strukturierte Nachsorge organisiert werden. Wie du bereits im Einführungsmodul gelernt hast, kann eine Sepsis langfristige Folgen hinterlassen.
Diese Spätfolgen werden unter dem Begriff Post-Sepsis-Syndrom (PSS) zusammengefasst. Sie können Wochen, Monate oder sogar Jahre nach der akuten Erkrankung bestehen bleiben. PSS umfasst ein breites Spektrum an anhaltenden körperlichen, kognitiven und psychischen Beschwerden, die nach einer überstandenen Sepsis weiterbestehen oder neu auftreten können.
Wusstest du das?
Rund 50 % aller Sepsis-Überlebenden – egal ob von der Intensivstation oder der Normalstation – erreichen innerhalb von zwei Jahren nach der Entlassung keine vollständige oder nahezu vollständige Genesung.
Wie eine gute Sepsis-Nachsorge aussieht und welche Rolle du dabei spielst, erfährst du in den folgenden Modulen: (Link einfügen)