• Unter Fokussanierung bzw. «Source Control» versteht man alle Massnahmen, die eine Infektherd entfernen oder minimieren. Dazu zählen die Drainage von Abszessen, die Resektion von nekrotischem Gewebe und die Entfernung von infiziertem Fremdmaterial. Typische Zielstrukturen sind intraabdominelle Abszesse, Perforationen, Gangrän der Weichteile, empymatische Höhlen oder katheterassoziierte Infektionen.
  • Solange Eiter, Nekrosen oder undichte Anastomosen im Körper verbleiben, zirkulieren Zytokine, Endotoxine und bakterielle Toxine ungebremst im Kreislauf. Bei einem persistierenden und „nicht kontrollierten“ Infektfokus ist eine Stabilisierung oft unmöglich.
  • Zu den Massnahmen der Fokussanierung zählen auch die Drainage und Spülung von Abszessen (z. B. bei Pleuraempyem, Peritonitis oder septischer Arthritis) sowie das Katheter- und Device-Management mit sofortigem Wechsel oder Explantation infizierter Materialien, einschließlich Zahnextraktion bei odontogener Infektion
  • Die Fokussanierung bei Sepsis sollte so früh wie logistisch möglich, idealerweise innerhalb von 6–12 Stunden nach Diagnosestellung erfolgen, da die Überlebensrate jenseits dieses Zeitfensters messbar abnimmt