Volumentherapie
Die Volumentherapie ist einer der Hauptpfeiler der Sepsis-Therapie und eine der häufigsten Interventionen auf der Intensivstation.
Ziel:
Verbesserung der Organperfusion, um ein Fortschreiten des Organversagens zu verhindern.
Nebenwirkungen:
Schädigung der Endothelfunktion durch Degradation der Glykokalyx oder eine Minderperfusion durch einen erhöhten Gewebedruck in Folge eines Gewebeödems
Fragen vor der Flüssigkeitstherapie:
1. Liegt eine Minderperfusion vor, die auf eine Flüssigkeitstherapie reagieren kann?
2. Können wir mit einem Volumenbolus das Schlagvolumen erhöhen, d. h., ist die Patientin bzw. der Patient volumen-responsive?
3. Welche Risiken bestehen, beispielsweise Volumenüberladung (Lungenödem, Organminderperfusion durch kongestiven Rückstau)?
4. Gibt es Alternativen (z. B. Noradrenalin)?
5. Welche Volumenlösung soll verabreicht werden?
Fluid-responsiveness:
Fluid-Responsiveness (Volumenreagibilität = Steigerung des Schlagvolumens (Cardiac Output) durch Volumen, ist eine physiologische Reaktion.
Zuwenig / Zuviel:
Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr erhöht die Komplikationsrate durch Minderperfusion, eine Überinfusion führt zu Ödemen und ebenfalls zu Komplikationen.
Überprüfung:
Dynamische Parameter besser als statische!
Der ZVD ist, wenn überhaupt, nur als Trendparameter nutzbar. Sehr niedrige Werte sprechen eher gegen eine Volumenüberladung, während sehr hohe Werte eine weiterführende Diagnostik (TTE → Rechtsherzversagen?) erforderlich machen.
Dynamische Tests (z. B. Passive-Leg-Raise-Test, Echokardiografie-basierte Schlagvolumenanalyse) erlauben eine Autotransfusion und zeigen vorab, ob ein weiterer Bolus sinnvoll ist.